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Kleine Chemiekunde - Was Sie zum Thema Reinigung wissen sollten!

Was ist Schmutz und wie kann er entfernt werden?

Wenn Reinigung im weitesten Sinne Entfernung von Schmutz bedeutet, stellen sich sofort die Fragen:

Was ist Schmutz? und: Wie kann der Schmutz entfernt werden?

Da der Schmutz in aller Regel nicht aus einer einzigen chemischen Substanz besteht, sondern hinsichtlich seiner chemischen Zusammensetzung nahezu unbegrenzt variabel ist, handelt es sich in den meisten Fällen um ein komplex zusammengesetztes Gemisch von anorganischen und organischen Komponenten. Beispiele für a n o r g a n i s c h e Schmutzkomponenten sind Metalloxide, Salze und Kalkreste. Für o r g a n i s c h e Schmutzkomponenten sind es Fette, Öle, Wachse, Eiweiß und Bakterien.

Die annähernde Kenntnis des zu entfernenden Schmutzes bzw. seine durchschnittliche Zusammensetzung ist von großer Bedeutung für die zweckmäßige Durchführung des Reinigungsprozesses sowie die Auswahl eines geeigneten Reinigungsmittels.

Neben der Auswahl eines auf den zu entfernenden Schmutz abgestimmten Reinigungsmittels (Faktor Chemie) sind für den Reinigungserfolg außerdem die Faktoren "Mechanik", "Temperatur" und "Zeit" mehr oder minder wichtig. Im Folgenden soll allerdings lediglich das Reinigungsmittel betrachtet bzw. die Komponenten eines Reinigungsmittels und deren spezifische Wirkungen aufgezeigt werden.

Komponenten von Reinigungsmitteln

Folgende wesentlichen Komponenten von Reinigungsmitteln existieren:

  • - Tenside
  • - Säuren oder Laugen
  • - Komplexierungsmittel (Wasserenthärtungsmittel)
  • - Lösungsmittel (Stell- oder Füllmittel bei Pulverprodukten)
  • - Desinfektionsmittel
  • - Abrasivstoffe
  • - Duft- und Farbstoffe

 

Da ein Reinigungsmittel auf die Schmutzart abzustimmen ist und ebenfalls auf das zu reinigende Gut, müssen nicht zwangsläufig alle angegebenen Komponenten in einem Reinigungsmittel vorhanden sein.

Tenside

Tenside sind waschaktive Substanzen (WAS) und stellen in der Regel das Herzstück eines Reinigungsmittels dar. Es handelt sich hierbei um "grenzflächenaktive" Stoffe, die in der Lage sind, sich an Grenzflächen anzureichern und somit die Spannung der Grenzflächen, z.B. die Oberflächenspannung des Wassers herabzusetzen.

Dadurch resultiert einmal eine bessere Benetzung der zu reinigenden Oberfläche sowie ein besseres Abfließen bzw. besserer Abtransport des schmutzhaltigen Wassers. Zum anderen sind die Tenside aufgrund ihrer Struktur dazu befähigt, Schmutzpartikel zu umhüllen und abzutransportieren. Aufgrund der hohen Einsatzmengen der Tenside muß die Umweltverträglichkeit dieser Stoffe sichergestellt sein. Das für den Verbleib in der Umwelt bzw. im Abwasser entscheidende Kriterium ist die biologische Abbaubarkeit.
Die Abbaubarkeit der Tenside ist in der Tensidverordnung geregelt. Danach müssen in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzte Tenside mindestens zu 80 % abbaubar sein.

Die entsprechenden Test- bzw. Analyseverfahren sind genau vorgeschrieben.

Der überwiegende Anteil der heutigen im Einsatz befindlichen Tenside zeigen bezüglich der Abbaubarkeit Werte von über 90 % d.h. sie übertreffen deutlich den gesetzlich vorgeschriebenen Wert.

Säuren und Laugen

Dem Reinigungsmittel werden Säuren oder Laugen dann zugesetzt, wenn spezielle oder verstärkende Reinigungseffekte erzielt werden sollen.
Ein Maß für den Säure- oder Laugencharakter stellt der pH-Wert dar. Die pH-Skala reicht von 0-14.

Bei pH-Werten unter 7 liegt der Säurebereich vor, wobei die Säurestärke mit kleiner werdendem pH-Wert zunimmt (pH = 0 sehr starke Säure).

Bei pH-Werten größer als 7 beginnt der alkalische bzw. Laugenbereich , wobei mit zunehmendem pH-Wert die Laugenstärke zunimmt (pH = 14 sehr starke Lauge). Alkalische Reinigungsmittel, wie z.B. unsere Produkte "Grillreiniger", "Krustenlöser“, "Kaffeemaschinen-Reiniger", „Porzellan- und Steingutreiniger“ und "Fettlöser", werden vorzugsweise für die Entfernung von organischen Verschmutzungen wie Fette, Öle, Wachse sowie Eiweiß eingesetzt.

Der Wirkungsmechanismus beruht darauf, dass die in einer alkalischen Lösung vorhandenen OH - -Teilchen, d.h. negativ geladenen Teilchen, sich sowohl an Schmutz und zu reinigende Oberfläche anlagern. Diese negative Aufladung an Schmutz und Oberfläche führt dazu, dass der Schmutz von der Oberfläche abgestoßen wird.

Außerdem sind die OH- -Teilchen bei höherer Temperatur und längerer Einwirkzeit (z.B. Porzellan- und Steingutreiniger) in der Lage, den fetthaltigen Schmutz zu "verseifen", d.h. sie machen ihn wasserlöslich und damit leichter entfernbar.

Was die Abstoßungskräfte betrifft, finden wir bei sauren Lösungen einen ähnlichen Wirkungsmechanismus vor. Hier ist die Aufladung jedoch positiv, bedingt durch das in der Lösung vorliegende H + -Teilchen. Die Abstoßungskräfte sind allerdings schwächer als bei den Laugen. Zusätzlich sind aber saure Lösungen - und dies ist ihr besonderer Vorteil – in der Lage, Kalk aufzulösen, der aus vielerlei Gründen unerwünscht ist. Kalk setzt Leitungen zu, überzieht Stoffe und macht sie brüchig. Außerdem ist er "Wohnort" für Bakterien und er verbraucht Reinigungskraft des Reinigungsmittels.

Daher sind zur Reinigung von anorganischen Verschmutzungen, wie Kalkreste und Salze vorzugsweise saure Reinigungsmittel heranzuziehen. Für diese Anwendungsbereiche bieten wir beispielsweise die Produkte "Entkalker, flüssig", "Sanitärreiniger", "WC-Reiniger rot oder grün" und "Urinsteinlöser" an. Produkte mit hohem Laugen- oder Säureanteil (z.B. "Grillreiniger" oder "Entkalker, flüssig") sind entsprechend der Gefahrstoffverordnung als "Ätzend" zu kennzeichnen, da sie die Haut des Menschen beschädigen können, sofern sie konzentriert auf die Haut gelangen. Daher sind entsprechende Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit diesen Konzentraten zu berücksichtigen.

Wenn sie allerdings nach der Anwendung ins Abwasser gelangen, stellen sie aufgrund der starken Verdünnung und teilweise durch Neutralisationsreaktionen von Säure und Lauge zu Wasser keine ernsthafte Gefährdung für die Umwelt dar.

Komplexierungsmittel

Die in einem Reinigungsmittel vorhandenen Komplexierungsmittel haben die Aufgabe, den Verursacher der hohen Wasserhärte, das CaIon, zu komplexieren bzw. "aus dem Verkehr zu ziehen". Die negativen und unerwünschten Begleiterscheinungen einer hohen Wasserhärte sind bekanntermaßen:

  • Ablagerungen von Kalk an Maschinen und Leitungen
  • Minderung der Reinigungskraft insbesondere bei alkalischen Reinigern

Daher werden diese Koplexierungsmittel vorzugsweise bei alkalischen Reinigern eingesetzt, die für maschinelle Reinigung konzipiert sind.

Ein Beispiel aus unserer Produktpalette ist unser "G 240 chlorfrei" für Gewerbespülmaschinen.

Lösungsmittel

Das am meisten vorhandene Lösungsmittel bei flüssigen Reinigern ist Wasser. Wasser spielt bei jeder Feucht- bzw. Nassreinigung eine wichtige, wenn nicht übertragene Rolle.

Wasser hat nicht nur die Funktion, die chemischen Wirkstoffe eines Reinigungsmittels gut zu lösen, sondern ebenfalls die Aufgabe, den gelösten Schmutz bzw. Reste der chemischen Reinigung von der Oberfläche des Reinigungsgutes abzuspülen.

Daher ist Wasser folglich ein unentbehrliches und universelles Hilfsmittel für die Nassreinigung. Neben Wasser können je nach Anwendungszweck auch organische Lösungsmittel zugesetzt werden. Diese haben bei unseren Produkten allerdings keine Bedeutung.

Desinfektionsmittel

Desinfektionsmittel sind Hilfsstoffe mit keimtötender Wirksamkeit, d.h. sie haben die Aufgabe, Krankheitserregende und andere schädliche Mikroorganismen abzutöten, so dass diese nicht mehr zur Infektion fähig sind.

Selbstverständlich werden diese Desinfektionsmittel nur speziell für diesen Anwendungs-zweck ausgewählten Reinigern zugesetzt.

Beispiele aus unserer Produktpalette sind: "BC Sept®", "Sana-Clean, Sahne- und Eismaschinen Reiniger", "Bacy-Sept, Desinfektionsreiniger".

Abrasivstoffe

Zum Reinigen von Armaturen, Waschbecken oder auch Theken sind mechanisch wirksame Zusätze in den Spezialreinigern nützlich. Diese Scheuermittel, die auch als Abrasivstoffe bezeichnet werden, sollen die chemische Wirksamkeit der übrigen Bestandteile in den Reinigungsmitteln gegenüber sehr fest haftenden Schmutzteilen mechanisch unterstützen.

Gleichzeitig dürfen diese Zusätze jedoch die behandelten Oberflächen nicht beschädigen. Deshalb müssen diese Abrasivstoffe, die aus Quarzsand, Kreide oder Kieselgur bestehen können, eine sehr feine Körnung aufweisen.

Von unseren Produkten enthalten "Scheuermilch", "Metallwaschcreme Eilfix 2000" oder auch der "Thekenglanz" einen gewissen Anteil an Abrasivstoffen.

Duft- und Farbstoffe

Die in einigen Reinigern enthaltenen Duftstoffe sollen zum einen den Produkten einen angenehmen und produktspezifischen Geruch verleihen, zum anderen unangenehme Gerüche des zu entfernenden Schmutzes überdecken und dem gereinigten Gut einen angenehmen, frischen Duft vermitteln.

Den Reinigungsmitteln zugesetzte Farbstoffe helfen den optischen Eindruck des Produktes zu verbessern. Zum anderen können sie aber die Wirksamkeit eines angewendeten Produktes optisch sichtbar machen. Beispielsweise bei unserem Produkt "Entkalker flüssig" machen wir uns dies zunutze.